Ganz schön gurkig – Gurkentest Marke vs. Billiganbieter

Ganz schön gurkig – Gurkentest Marke vs. Billiganbieter

Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne mal was ausprobiere. Und auch gerne vergleiche oder hinterfrage.

So wurde ich auf die Idee gebracht, mal diesen ungewöhnlichen Test durchzuführen – drei verschiedene Gläser mit Essiggurken parallel zu verkosten. Weil wir immer nicht wussten, welche uns besser schmecken – die von Kühne oder jene von Hengstenberg. Deswegen wollte ich das auch festhalten. Und das waren dann auch die Kandidaten des Gurkentests: Die Spreewälder Gurken von Kühne, KNAX Gewürzgurken von Hengstenberg und interessehalber noch Delikatess Gewürzgurken von Gut&Günstig (Billigmarke von Edeka).

Aussehen

Nähern wir uns den Essiggurken zunächst einmal optisch an.

Die Gläser sind gleich groß, ähnliches gilt auch für die Gurken. Auch die Farbe der Gurken und des Suds sind sehr ähnlich. Auffällig ist, dass bei der Billigvariante, den Gut&Günstig Essiggurken, am meisten Senfkörner und Kleinteile im Glas schweben. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Gurken von Kühne und Hengstenberg intakt und unbeschädigt sind. Bei den Gurken der Handelsmarke Gut&Günstig waren gleich vier Gurken im Glas zerfetzt, was auf zweite Wahl hindeutet und sowohl optisch unschön ist als auch das Geschmackserlebnis trübt, denn diese zerfetzten Exemplare sind doch sehr weich und wabbelig.

Geruch / Geschmack

Genug angeschaut. Optik ist ja nicht ganz so entscheidend bei Gewürzgurken – finde ich. Kommen wir zum Geschmack. Und zum Geruch, denn wer mich zum Beispiel beim Whisky Verkosten kennt (siehe hier), weiss, dass ich unheimlich gerne meine Nase zur Hilfe nehme, um den Geschmacksnuancen auf die Spur zu kommen.

Nach dem jeweiligen „Plopp“, dem Öffnen der Gläser, die schon erstaunlich unterschiedlich ausfielen, halte ich einfach mal meinen Rüssel rein. Das Glas von Gut&Günstig öffnete mit einem gut hörbaren Knack, die Gurken von Kühne und Hengstenberg ließen sich mit deutlich weniger Kraftaufwand öffnen, auch nur mit leisem Knacken beim Öffnen.

Gut&Günstig Delikatess Gewürzgurken

Die billigsten Gurken im Test riechen sehr scharf, beissen fast in der Nase. Eine deutliche Essignote ist wahrnehmbar, kombiniert mit einer eher künstlichen Süße. Vermutlich Süßstoff.

Beim Geschmack ist dann diese Süße wieder sehr präsent. Lange anhaltend hat man einen Geschmack von Süßstoff im Mund, die Süße dominiert die übrigen Geschmacksrichtungen. Ein bisschen süß darf Gurke schon sein, aber das ist zu viel. Wenn man sich an die Süße einigermaßen gewöhnt hat, schmeckt man eine leicht nussige Note. Störend war allerdings die sehr weiche Konsistenz, die das Essen der Gut&Günstig (G&G) nicht gerade zu einem Genuss werden lässt. Diese Gurken fallen doch deutlich ab gegenüber den anderen Kandidaten.

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Kandidat 1: Gewürzgurken von Gut&Günstig

Hier noch ein Bild von den leider sehr unschönen, zerfetzten Gurken:

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Gut&Günstig: Optisch mangelhaft

Kühne Spreewälder Gurken

Die Spreewälder Gurken von Kühne sind zwar etwas unregelmäßig und nicht gleichförmig, aber zumindest intakt und nicht so verstümmelt wie die von G&G. In der Nase recht mild mit einer leichten Schärfe. Diese ist aber im angenehmen Bereich und wird von einer süßlichen Paprika-Note begleitet.

Geschmacklich wirkt diese Paprika-Note allerdings eher wie ein billiges Paprikagewürz, es schmeckt nicht nach echter Paprika. Etwas knackiger als die weichen G&G-Gurken, sind die Kühne-Gurken zwar ausgewogener, aber auch hier ist eine leicht künstliche Süße zu schmecken. Zudem missfällt der insgesamt doch etwas fade Geschmack. Nichts herausragendes, kein Kitzel, einfach ein wenig lieblos und fad.

Auch hier noch die Bilder, vom Glas und den Gurken im Detail:

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Kandidat 2: Spreewälder Gurken von Kühne

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Die Spreewälder von Kühne im Detail

Hengstenberg KNAX Gewürzgurken

Die KNAX Gurken sind sehr schön gleichförmig und auch recht einheitlich groß. In die Nase steigt eine angenehme Essig-Note in Verbindung mit einer leichten Süße. Sehr ausgewogen und harmonisch, olfaktorisch klar die Nummer eins im Testfeld.

Die Gewürzgurken von Hengstenberg erfreuen mit einem knackigen Biss – der Name KNAX ist also Programm. Angenehm würzig mit einer Prise Dill im Geschmack und einer guten Balance zwischen der Säure des Essig und der Süße von Zucker sind die KNAX Gewürzgurken der klare Favorit.

Auch hier der Vollständigkeit halber noch die Bilder:

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Kandidat 3: KNAX von Hengstenberg

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Makellos, die Gurken von Hengstenberg

Preis

Wichtig ist natürlich auch der Preis, zumindest um sich ein vollständiges Bild machen zu können. Das habe ich bezahlt:

  • Gut&Günstig Delikatess Gewürzgurken: 0,69 €
  • Kühne Spreewälder Gurken: 1,49 €
  • Hengstenberg KNAX Gewürzgurken: 1,69 €

gurken_vergleich_test_062014

Prozentual ist die Differenz zwischen billigstem und teuerstem Glas Gurken schon erheblich. Deutlich mehr als das Doppelte verlangt Hengstenberg. Allerdings ist meine Meinung, dass ich (obwohl wir gerne und viel Gewürzgurken essen) lieber ein Glas KNAX kaufen würde als zwei Gläser der doch eher schlechten Gut&Günstig-Gurken. Ich würde die nicht einmal in den von mir geliebten Wurstsalat tun. Dass der Unterschied so groß sein würde, hatte ich nicht erwartet. Ich werde das wiederholen – Gurkentests und Vergleiche Billig vs. Teuer.

4 comments on “Ganz schön gurkig – Gurkentest Marke vs. Billiganbieter
  1. Chrisitan sagt:

    Ich ahnte es schon länger, die Gurke ist unterbewertet.
    Schöner Beitrag, abseits des Mainstream. Aber das wird sich ja jetzt wohl schnell ändern 😉
    Übrigens, in der Türkei kriegt man Gurkenwasser auch zum Trinken.
    LG
    Chrisitan

    • Der_Ideealist sagt:

      Dankeschön. Ja, die Gurke wird tatsächlich oft verkannt 🙂 Ich kann sie als kleinen Snack am Abend durchaus empfehlen

  2. Martin Kalus sagt:

    Mein Favorit seit Jahren: Hengstenberg KNAX Gewürzgurken!

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