Currywurst aus dem Regal: CurryKing vs. Mühlencurrywurst

Currywurst aus dem Regal: CurryKing vs. Mühlencurrywurst

Ja, ich lebe im Hinterland. Nicht nur was Social Media und teilweise auch die Versorgung mit WLAN und mobilem Internet angeht. Auch das Netz an Imbissbuden und somit die Versorgung mit Currywurst ist hier – gelinde ausgedrückt – ausbaufähig.
Drum habe ich mich, aus der Not heraus, mit dem beliebten Snack aus dem Supermarkt beholfen – Fertig-Currywurst war also angesagt.

Die Kandidaten: Curry King und Mühlencurrywurst

Curry King von Meica findet man ja schon länger im Kühlregal von Supermärkten und ist sozusagen die Benchmark. Seit einigen Monaten hat sich ein weiterer Vertreter dazu gesellt: Die Rügenwalder Mühlencurrywurst vom Grill. Ich hatte schon davon gehört und gelesen, nun war es für mich höchste Zeit, dem Produkt von Rügenwalder mal eine Chance zu geben. Das habe ich getan und die beiden Würste parallel verkostet.

curryking muehlencurrywurst

Zubereitung

Fertigcurrywurst wird bei mir im Wasserbad zubereitet. Einfach weil das Ergebnis besser ist, als wenn man die Packung in die Mikrowelle steckt. Nach ca. 12 Minuten im Topf über siedendem Wasser sind dann meine zwei Currywürste fertig und verzehrbereit.

Optik

Optisch gibt es für den Currywurst-Freund wenig Zweifel: Die Rügenwalder Mühlencurrywurst ist klar die Nummer 1. Mit einer echten Bratwurst, laut Beschreibung sogar gegrillt, sieht dieses Produkt wenigstens halbwegs so aus wie eine Currywurst.

Die Mühlencurrywurst von Rügenwalder

Die Mühlencurrywurst von Rügenwalder

Natürlich sieht die Wurst nicht aus wie eine frische, zu rot-grau ist sie von der langen Lagerung in der Sauce. Und etwas zu viel Currysauce, wobei auch hier die Rügenwalder Wurst besser abschneidet als das Produkt von Meica.

Die CurryKing von Meica enttäuscht optisch, denn das ist keine Bratwurst und sieht entsprechend eher aus wie Würstchengulasch oder ähnliches. Es ist auch – zumindest optisch – zu viel Sosse, denn die Wurst schwimmt förmlich in der Currysauce. Allein die Farbe der Sauce weiss mich zu überzeugen.

CurryKing von Meica

CurryKing von Meica

Geschmack

Natürlich isst das Auge mit, aber weit wichtiger ist der Geschmack. Und hier sind die Unterschiede zwischen beiden Produkten nicht mehr so gross wie beim Thema Optik.

Ja, das beisst sich zwar nicht so wie eine richtige Brühwurst vom Grill, die Mühlencurrywurst, aber man kann sich vorstellen, eine Currywurst zu verzehren. Es ist sicher schwierig, wenn das Produkt konserviert wird und monatelang in der Sauce schwimmt, noch etwas Biss hinzubekommen. Aber das haben sie ordentlich gemacht. Geschmacklich fand ich die Sauce etwas fad. Sehr ausgewogen, mit einer leichten Säure und Bittere im Hintergrund. Jedoch zu wenig Präsenz, so dass ich das ganze Päckchen Curry verwendete, um ein wenig nachzuhelfen. Gestört hat mich auch ein wenig die indifferente Konsistenz, wenn man die Sauce auf der Zunge herumrollt, um alle Geschmacksnuancen zu entdecken. Mehr Mut hätte dem Produkt aus meiner Sicht gut getan.

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Die CurryKing konnte mich erst im Nachgang überzeugen. Anfangs stört die (künstliche) Süsse. Aber man gewöhnt sich dran und gewinnt der wirklich tollen Fruchtigkeit mehr und mehr ab. Eine schön sämige Konsistenz mit einer ganz leichten Schärfe (wenn man auch hier das ganze Päckchen Currypulver hinzugibt). Auch der Nachgeschmack ist viel angenehmer, wie ich finde. Schön warm genossen, ist diese Sauce für ein Fertigprodukt absolut in Ordnung. Und je länger ich mit meinem Brot die restliche Currysosse auftunkte, desto mehr Punkte konnte das Produkt aus dem Hause Meica bei mir sammeln. Wenn man nun die Wurst von Meica mit der von Rügenwalder vergleicht, ist das natürlich nicht so. Eine echte Brühwurst vom Grill mit einem (vermutlich in der Sauce) gekochten Wiener Würstchen zu vergleichen, da kann es nur einen klaren Sieger geben.

Fazit

Mein Resultat fällt anders aus, als ich es vermutet hatte. Optisch macht die Wurst von Rügenwalder deutlich mehr her. Allerdings sieht die Sauce schon nicht so toll aus, was sich dann auch geschmacklich fortsetzt. Hier kann die CurryKing von Meica aufholen.

Die Rügenwalder Mühlencurrywurst kaufte ich für 2,49 €, wohingegen die CurryKing mit 2,29 € zu Buche schlug. Beide Portionen haben 220 Gramm, macht also 1,13 € zu 1,04 € je 100 Gramm. Die 20 Cent Preisdifferenz finde ich vertretbar, denn es ist ein deutlicher Unterschied im Würstchen festzustellen.

Einen klaren Sieger kann ich nicht benennen. Für mich wäre der Sieger sicher die Kombination aus Rügenwalder Wurst und Sauce von Meica. Da mir für eine vollwertige Mahlzeit eine Currywurst alleine zu wenig ist, kann ich ja in Zukunft einfach immer beide kaufen. Für ein absolutes Currywurst-Erlebnis bieten beide zu wenig, aber für Currywurst-Gelüste zwischendurch sind beide Produkte ganz passabel.

Der Currywurstbeauftragte Jay F. Kay hat die Mühlencurrywurst übrigens auch getestet, hier sein Beitrag.

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