Besuch der Whisky-Messe Finest Spirits

Besuch der Whisky-Messe Finest Spirits

Von 27.02. bis 01.03.2015 fand in München wieder einmal das Finest Spirits Festival, kurz auch #fsf15, statt. Da Whisky für mich zu einem Hobby geworden ist, zieht mich natürlich so eine Veranstaltung magisch an. Denn ich bin immer gespannt, was sich so tut in der Whisky-Szene, welche neuen Abfüllungen es gibt oder welche Destillerien sich mit tollen Ideen und Produkten hervortun.

Vorplanung, Anreise

Dies war mein zweiter Besuch der Finest Spirits, bereits im letzten Jahr waren wir – damals sehr spontan – nach München aufgebrochen. Dieses Jahr hatten wir unseren Besuch etwas besser geplant. Dankenswerterweise wurde ich von der Agentur Storykitchen akkreditiert, so dass ich freien Zutritt zur Messe erhielt.

Die Anreise erfolgte dieses Mal mit der Bahn, um einfach entspannter und stressfreier anzukommen und vielleicht auch um ein Gläschen mehr verkosten zu können. Allerdings kann ich zumindest für unsere Region (so zwischen Bodensee, Schwäbischer Alb und Schwarzwald) festhalten, dass man doch recht lange unterwegs ist und wenig Zeit für den eigentlichen Besuch übrig hat. Von einer Anreise mit der Bahn, insbesondere mit dem günstigen „Schönes Wochenende Ticket“, rate ich aus meiner Erfahrung ab, da man doch mehr Zeit mit Reisen und Warten beschäftigt ist als mit der eigentlichen Hauptsache. Unsere Planung – dafür hatten wir ja im Zug reichlich Zeit – für den nächsten Besuch geht nun in Richtung PKW-Anreise und Hotelübernachtung, um auch die Abendveranstaltungen mitnehmen zu können.

Einen weiteren Vorteil der Zugfahrt – außer dem Entfallen der Promillegrenze – sehe ich darin, dass wir das Ausstellerverzeichnis gründlich durchgearbeitet und uns einen Plan erstellt haben, welche Stände wir auf alle Fällen besuchen wollten.

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Das MVG Museum, Veranstaltungsort

Die Messe

Die Finest Spirits findet im MVG Museum in der Ständlerstraße 20 statt, eine wie ich finde sehr gute Location. Der Zugang erfolgte bei mir über den separaten Presseeingang, die Formalitäten waren sehr schnell geklärt und ich gewann gegenüber der durch den Haupteingang einströmenden Masse ein bisschen Zeit. Sehr gut geregelt, wie ich finde.

Erstes Highlight: Ziegler / Aureum

Unser erster Gang führte uns wieder, wie letztes Jahr, zur Firma Edelobstbrennerei Gebr. J. & M. Ziegler GmbH, welche neben ihren Obstbränden und seit neuestem Gin auch mehrere Single Malt Whisky anbietet. Damals noch zufällig, dieses Mal gezielt. Und wieder waren wir sehr angetan. Ein Deja-Vue auch am Stand, denn wie letztes Jahr nahm sich auch dieses Jahr Pascal Marré sehr viel Zeit und stand uns für jede Menge Fragen zur Verfügung. Herausragend, wie hier der  Kunde auf dem Laufenden gehalten und ernst genommen wird.

Ziegler Edelbrände Aureum

Das Aureum Sortiment von Ziegler

So wurden wir über die Entwicklung informiert, auch über die verschiedenen Fasslagerungen sowie die wohl in Deutschland einzigartige Machart des neuesten Produktes, des Grave Digger. Dieser Whisky wird teilweise mit in Schottland über Torfrauch gedarrtem Gerstenmalz produziert. Und was soll ich sagen, ein wenig schottischer Torfrauch tut deutschem Whisky gut…

An dieser Stelle der Hinweis, dass unsere Verkostungsnotizen auf der Seite tasteup.de veröffentlicht werden, hier geht es allein um Eindrücke, Gespräche, Drumherum.

Zweites Highlight: Mackmyra aus Schweden

Als nächstes hatten wir die Destillerie Mackmyra aus dem schwedischen Gävle auf dem Laufzettel. Wir hatten erst eine Woche zuvor unseren ersten Whisky dieser Brennerei verkostet (hier nachzulesen) und waren sehr angetan gewesen, so dass wir etwas mehr darüber erfahren wollten. Hier wurde uns das gesamte Programm angeboten, wovon drei Sorten unsere Kehlen befeuchteten.

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Mackmyra aus Schweden – hier: Brukswhisky

Allesamt interessante Whiskys, jedoch war uns der Stand insgesamt etwas zu unpersönlich – diese doch recht innovative Destille hätte mehr verdient.

Drittes Highlight: Senft Bodensee-Whisky

Na klar, ein Besuch beim Whiskybrenner „um die Ecke“ darf natürlich nicht fehlen. Denn die Firma Edelbrände Senft kommt aus dem keine 50 Kilometer entfernten Salem-Rickenbach. Interessiert hatte uns hier besonders die Abfüllung des 4-jährigen Whisky in Fassstärke.

Senft Whisky Fasstärke

Senft Bodensee-Whisky in Fassstärke

Am Stand von Senft, an dem auch Chef Herbert Senft persönlich ausschenkte und mit absoluter Liebe zu seinen Bränden sowie mit Fachwissen begeisterte, wurden wir von Mitarbeiterin Maria Schmidt bestens versorgt. Wir durften neben Whisky auch die übrigens Brände kosten und wurden mit neuen Gläsern für unsere weitere Tour ausgestattet. Zudem wurde uns noch ein „Digestif“ für den Heimweg zugesagt, welchen wir dann später auch in Anspruch nahmen. Ein herzliches Dankeschön, so herzlich wurden wir sonst nirgends bedient – teilweise wurden wir leider gar nicht oder erst nach langem Warten bedient.

Viertes Highlight: Ardbeg Rauch inhalieren

Rauchige Whiskys, wie sie zum Beispiel Ardbeg herstellt, können mich durchaus begeistern. Eine neue Dimension bekommt diese Rauchigkeit, wenn man diesen Rauch auch wirklich zu sehen bekommt. Ardbeg hatte sich mal wieder wirklich etwas einfallen lassen, ein abgeschlossener Raum mit Glaswänden stand auf der Messe, drin wurde Whisky verdampft.

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Die Kabine von Ardbeg

Wie genau das funktioniert, kann ich nicht sagen. Jedenfalls eine ausgefallene Nummer. Drei verschiedene Sorten Ardbeg (Ten, Kildalton und Uigeadail) wurden verdampft, dieser Dampf dann in Ardbeg Tumbler abgefüllt und man durfte das Ergebnis einsaugen, inhalieren.

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Ein Glas voll Ardbeg-Dampf, bitte

Eine spannende Erfahrung, die Aromen und die Rauchigkeit im Rachenraum wahrzunehmen, ohne einen Tropfen zu trinken.

Und sonst noch

Leider gab es in diesem Jahr keine Möglichkeit mehr, die Gläser zu tausch. Wie letztes Jahr bekam man mit der Eintrittskarte ein Glas überreicht. Dieses Mal gab es aber nur Stationen, an welchen man die Gläser mit Wasser kurz ausschwenken konnte. Da hat uns der Gläsertausch besser gefallen!

Finest_Spirits_Spülstation

Trinkwasser- und Spülstation

Es war doch recht voll, mehr Besucher und mehr Aussteller. So gingen leider manche Aussteller etwas unter. Unter anderem davon betroffen Kavalan, welche mittlerweile von Caminneci vertrieben werden und in der hintersten Ecke Platz fanden. Die teilweise hervorragenden Whiskys aus Taiwan waren schwer zu finden und auch schwer zu bekommen, da der Verkehrsweg recht ungünstig war.

Da Ardbeg und Glenmorangie zu den „Premium Partnern“ zählen, war – auch weil ein Gutschein für einen Glenmorangie Original der Eintrittskarte beilag – es am Glenmorangie-Stand recht überlaufen. Die Verkostung des neuen Tusail, ein Single Malt aus der Gerstensorte Maris Otter, welche heute kaum noch für die Whiskyherstellung verwendet wird, geriet eher zu einem Balanceakt, da hier und da die Leute drängelten. Schade eigentlich, die Destillerie kann was und hätte mehr Möglichkeiten verdient, einen gemütlichen Whisky verkosten zu können.

20,- Euro regulärer Eintrittspreis sind in Ordnung, auch die Preise, die für die einzelnen Verkostungen aufgerufen werden, sind absolut im Rahmen. Für einen Whisky beispielsweise, der für 250 Euro verkauft wird, würde man überall sonst deutlich mehr als die verlangten 9 Euro bezahlen müssen.

Insgesamt ging es gesittet und freundlich zu, Liebhaber unter sich. Wer sich allerdings länger auf der Messe aufhalten will, dem fehlen sicher das eine oder andere Mal Sitzgelegenheiten.

Schade fanden wir auch, dass die Messe am Samstag erst um 14.00 Uhr ihre Pforten öffnet. Das schränkt die Möglichkeiten aus meiner Sicht unnötig ein.

Insgesamt aber ein lohnenswerter Besuch, auch wenn die Einkaufsmöglichkeiten begrenzt waren – wir haben verkostet, was wir wollten, neue Whiskys kennen gelernt und interessante Gespräche geführt. Ein gutes Hobby, dieses Whisky Trinken – finde ich.

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