Der Slowfood Bäcker gegen den Discounter #lidllohntnicht

Der Slowfood Bäcker gegen den Discounter #lidllohntnicht

Da ich ein Fan und Unterstützer der Slowfood-Bewegung bin, bin ich über eine Aktion eines Bäckermeisters gestolpert, der sich gegen den Qualitätsbegriff von Lidl wehrt.

Lidl definiert Qualitätsbegriff neu

Lidl wirbt seit einiger Zeit mit dem Slogan „Lidl lohnt sich“. Zudem wurde in den letzten Jahren gesteigert Wert darauf gelegt, dass die Werbung nicht billig, sondern hochwertig und emotional rüber kommt. Die Werbefachleuchte von Lidl wollten sich besser platzieren und ein wenig abheben vom „billig, billig“ Prinzip. So weit, so gut, das ist erlaubt. Jede Firma, jedes Einzelunternehmen, jeder Konzern darf sich positionieren, wie er/sie es möchte.

Doch mit einer Kampagne ging Lidl sehr weit und sorgte in Fachkreisen für Unmut (siehe hier). Jedenfalls äußerte sich Slowfood Deutschland hierzu in einem Beitrag und forderte Lidl auf, die Kampagne einzustellen. Die Attacken gegen gutes Handwerk und die Vernebelung des Qualitätsbegriffes seien nicht hinnehmbar, so ist in der Pressemitteilung von Slowfood Deutschland e.V. zu lesen.

Bäckermeister Richter aus Kubschütz bewirbt sich bei Lidl

Die Stellungnahme von Slowfood Deutschland halte ich für richtig. Ob diese allerdings viel Wirbel verursacht hätte, bleibt mal dahingestellt. Für den Wirbel sorgte dann allerdings Bäckermeister Stefan Richter aus dem sächsischen Kubschütz, der eine nicht ganz ernst gemeinte Bewerbung verfasste.

Eine Initiativbewerbung als Mitarbeiter in der Brotproduktion. Sehr lesenswert und absolut wert, unterstützt zu werden. Hier der Link zu seinem Beitrag auf Facebook.

Screenshot: Facebook-Beitrag

Screenshot: Facebook-Beitrag der Bäckerei Richter

Es gehört sicher einiges an Mut dazu, um solch einen offenen Brief – als solches sehe ich diese Bewerbung – zu verfassen und online zu stellen. Und auch eine gehörige Portion Idealismus, was mir natürlich sehr gefällt.

Sehr pfiffig auch die Erfindung des Hashtags #lidllohntnicht.

Ich finde die Aktion sehr gelungen, denn die meisten (auch ich) machen sich viel zu wenig Gedanken, wo das Essen herkommt und wie es angepflanzt, transportiert, zubereitet wurde. Nun leben wir in Mitteleuropa in einer Gegend, in der der tägliche Kampf ums Überleben weit weg ist, Hungertod ist hier wohl kaum anzutreffen.

Deshalb möchte ich diese Aktion unterstützen und bitte euch, es mir gleich zu tun. Schaut euch auf den Seiten von Bäcker Richter um, folgt ihm auf Twitter oder Facebook und unterstützt ihm. Und natürlich ebenso den kleinen Handwerksbäcker nebenan, der noch frisch backt und ohne Teiglinge, Zusatzstoffe und dergleichen mehr auskommt. Zeigt ihnen, dass es kein Kampf gegen Windmühlen ist und wir irgendwann keine Handwerksbäcker mehr haben. Brot muss man nicht bei Lidl oder auch anderen Discountern und Ketten kaufen.

Gerne möchte ich euch auch dazu einladen, euch mal – wer sie nicht eh schon kennt – die Slowfood-Bewegung anzuschauen.

Die verschiedenen Profile und Seiten der Bäckerei Stefan Richter:

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