Restaurant Olli’s in Berlin. 800° Grill, super Steaks, 1a Kundenbetreuung

Restaurant Olli’s in Berlin. 800° Grill, super Steaks, 1a Kundenbetreuung

Ja, ich komme viel rum. Und nochmal ja, ich gehe gerne und auch relativ oft Essen. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Schulbuchmäßiger Umgang mit Beschwerden, ich war und bin immer noch restlos begeistert, das Ollis in Berlin ist wirklich aussergewöhnlich. Aber ich will ganz von vorn anfangen…

Olli’s Restaurant in Berlin

Nils, der auf nils-unterwegs.de Geschichten aus Berlin, Brandenburg und dem Rest der Welt verbloggt, hatte sich schon mehrfach als guter Tippgeber erwiesen. Er hat uns schon manch tollen Tipp gegeben und uns zu wirklich aussergewöhnlichen Locations in Berlin geführt. Sein Tipp war es auch, dem Olli’s einen Besuch abzustatten, einem Restaurant in Berlin Wilmersdorf mit „moderner deutscher Küche“ und einem 800° Grill.

Ollis_Berlin_aussen

Das Olli’s von Aussen

Das Ollis ist eine interessante Mischung aus Kiezkneipe und Speiserestaurant, es gibt eine bunte Auswahl von einfachen deutschen Gerichten bis hin zu im 800° Grill zubereiteten Steaks. Im Nebenraum darf geraucht und Fußball geschaut werden – insgesamt eine spannende Mischung aus urig gemütlich und modern-stylisch.

Das Essen im Ollis

Wir waren zu fünft, drei von uns hatten eine Suppe vorweg. Zudem hatten zwei von uns den Hauptgang abgeändert bestellt, hatten Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise anstatt der „normalen“ Beilagen Süßkartoffelpommes und Gemüse geordert.

Die Suppen waren frisch und selbstgemacht und ein guter Einstieg – wenn auch die Schüsseln recht groß (für eine reine Vorspeise zu groß) waren.

Danach bekamen wir alle fünf unsere Steaks, wunderbar zubereitet – der 800° Southbend Grill ist echt ’ne Nummer, das Fleisch bekommt aussen wunderbare Röstaromen mit und bleibt doch, je nach bestelltem Gargrad, innen rare, medium oder wie auch immer.

Das Essen im Olli’s ist also absolut zu empfehlen, mein Tipp an dieser Stelle: Ein großes Stück Entrecôte ohne viel Beilagen und Schnickschnack.

Warum unser Besuch so aussergewöhnlich war – Umgang mit Beschwerden

Das Essen hatte ich kurz beschrieben. Es lief nicht alles so glatt, wie man das vielleicht gerne hätte. Es fing damit an, dass wir (wie bei uns üblich) unsere Suppen zunächst ausgiebig fotografierten. Da die Suppenschalen recht groß waren, brauchten wir wohl etwas länger als geplant – Bilder machen, dazu angeregte Unterhaltung und die anderen probieren lassen. Das sprengte wohl den zeitlichen Rahmen, der uns von der Küche zugedacht wurde. Da wir zudem an unseren Handys rumspielten, wurde die Service etwas unsicher und fragte, ob alles in Ordnung sei.

Die Steaks mussten wohl teilweise neu gemacht werden, weil wir zu langsam waren (oder die Küche zu schnell, das sei mal dahin gestellt). Mit den Steaks kamen Fragen bei uns auf. Einer hatte den Einwand, dass er wohl ein falsches bzw. zu kleines Stück Fleisch habe. Zudem gab es Unklarheiten bei den Beilagen, ob Süßkartoffelpommes und Gemüse nun doch für alle gebracht wurde anstatt teilweise eben selbigem und teilweise Spargel mit Kartoffeln.

Obendrein fragte einer noch nach, weil ihm der Spargel zu bissfest war. Zudem liess der Salat etwas zu wünschen übrig.

Wir waren zwar nicht verärgert, die Qualität der Speisen gab keinen Anlass zur Kritik. Aber es kamen einfach ein paar Kleinigkeiten zusammen, so dass wohl der Eindruck entstanden war bei Küchen- und Servicepersonal, dass an unserem Tisch einiges im Argen sei. Jedenfalls – und das ist absolut aussergewöhnlich und habe ich auch noch nie so erlebt – reagierte man im Ollis prompt.

Wenn der Chef sich der Kritik stellt

Nachdem wir unsere Teller artig leergegessen hatten, legt sich auf einmal eine Hand auf meine Schulter. Inhaber Andre Goltzsche fragte direkt, was es auszusetzen gäbe. Dann stellte er sich kurz vor und nahm an unserem Tisch Platz. Wir unterhielten uns angeregt, er wies uns darauf hin, wie wichtig ehrliche und sachliche Kritik für das Ollis sei und dass jede Beschwerde ernst genommen wird.

Dann unterbreitete er uns einen Vorschlag, dem wir nicht widerstehen konnten: Die Küche bekommt 15 Minuten zum Aufräumen, danach dürfen wir in die Küche, um uns den 800° Grill zeigen zu lassen und dort einen Schnaps zu uns zu nehmen.

Dieses offene Gespräch, die Flucht nach vorne, das Angebot zur Besichtigung von Küche und Grill, der „Versöhnungsschnaps“ – das war wirklich eine herausragende Leistung. Wer so mit Beschwerden umgeht, braucht sich vor niemandem zu verstecken. Jedenfalls schaffte es das Team des Ollis, die leichte Missstimmung umzuwandeln in begeisterte Kunden. Mark Leinemann, Word of Mouth (WOM) Marketing Spezialist, der mich auf diesem Gebiet sehr sensibilisiert hat, hätte bestimmt seine helle Freude gehabt.

Besuch bei Erich in der Küche

Eigentlich waren wir schon begeistert und besänftigt. Doch Koch Erich (aus Wien mit dem dazugehörigen Schmäh), führte uns den 800° Grill von Southbend live vor, bereitete uns ein ca. 450gr. Entrecote zu und setzte uns damit in Verzückung. Mit etwas Schnaps, der jeweils von der Chefin serviert wurde, wurde die eh schon gute Stimmung noch besser.

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Wir hatten jedenfalls unsere helle Freude an dieser Aktion, das Steak war schlichtweg fantastisch und Erich hatte wohl auch seinen Spaß mit uns. Fünf ständig fotografierende und filmende, Genuss liebende Gäste, das hatte er in all seinen Berufsjahren laut eigenem Bekunden so auch noch nicht erlebt.

Vielen Dank, Ollis!

Es bleibt mir am Schluss nur noch die Möglichkeit, dem Team von Ollis Restaurant ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Wir durften eine Lehrstunde im Umgang mit Kundenbeschwerden erleben und zudem hatten wir riesigen Spaß mit Erich, dem 800° Grill und dem Schnaps, der aufs Haus ging. Das wirklich tolle Essen geriet damit fast schon zur Nebensache – das will bei uns was heissen!

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